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Rietveld - Stuhl Zig-Zag

Gerrit Thomas Rietveld

Stuhl Zig-Zag, 1932

Gerrit Rietvelds Zig-Zag-Stuhl gehört als Variante des erstmals von Mart Stam entwickelten hinterbeinlosen Stuhls zu den radikalsten Formulierungen des Möbeldesigns.
Das vermutlich unmittelbare Vorbild des Entwurfs ist Heinz und  Bodo Raschs damals weithin publizierter Sitzgeiststuhl aus dem Jahr 1927.

Seine Gestalt, die die Gebrüder Rasch der Haltung eines sitzenden Menschen entlehnten, entsteht aus einer Standfläche und einer geschwungenen, zweifach abgeknickten Fläche für Rücken, Ober- und Unterschenkel. Vergleichbar den Sehnen menschlicher Gliedmaße wird der Aufbau von abgerundeten Seitenteilen stabilisiert. Rietveld abstrahiert von der recht aufwendigen aber konstruktiv sinnvollen Form zum einfachen Zickzack, allerdings auf Kosten der konstruktiven Logik. Tatsächlich war eine Reihe von Versuchen nötig, um zu einem praktikablen Ergebnis zu kommen. Augenscheinlich widerspricht der Zig-Zag völlig unseren Vorstellungen von einem benutzbaren Möbel, da die frei im Raum stehenden Flächen zusammenzuklappen scheinen, sobald sie belastet werden. Schwalbenschwanzverbindungen zwischen Sitz und Rücken, Verstärkungen durch Schrauben und Muttern sowie hölzerne Keile in den spitzen Winklen stabilisieren aber den Stuhl. Rietveld war sich der Diskrepanz zwischen der einfachen Gestaltung und der relativ komplizierten Konstruktion wohl bewusst und sagte selber, es sei kein Stuhl sondern ein Designer-Witz. Das eigentliche Ziel des Entwurfs war eine funktionale Form, welche den Raum nicht verstellt, sondern ihn als Kontinuum wahrnehmen lässt, und innerhalb seines Œuvres stellt der Zig-Zag das ökonomischste Beispiel einer solchen Form dar. Er erscheint als kompromisslose Umsetzung der minimalen Anforderungen an einen Stuhl und ist derart reduziert, dass schon die Verschraubungen dekorativ wirken. 
Die in der Geschichte des Möbeldesigns immer wieder verfolgte Idee, einen Stuhl aus einer durchgehenden Form heraus maschinell herzustellen, führte Rietveld 1927 zu seinen ersten Experimenten mit gebogenen, eingeschnittenen Spanplatten. 1932 begann er für den Amsterdamer Möbelproduzenten Metz & Co. mit Entwürfen für den später von ihm so genannten Zig-Zag-Stuhl. Versuche aus Span- oder Sperrholzplatten mit einer Rahmenkonstruktion aus Metall schlugen jedoch fehl. Erst 1934 gelang ihm eine stabile, recht komfortable und sogar stapelbare Version. Ab 1935 wurde sie mit teilweise abweichenden Proportionen, Verbindungen und Oberflächenbehandlungen sowohl von Rietvelds Tischlermeister van de Groenekan als auch von Metz & Co. in großer Zahl bis in die 50er Jahre hinein hergestellt. Das hier gezeigte Modell stammt aus einer solchen Produktion der 1930er Jahre.

Hersteller der heutigen Fassung des Zig-Zag ist die Firma Cassina, die 1971 das Recht erwarb, sämtliche Möbelentwürfe Rietvelds zu produzieren.
Rietveld verwandte den Zig-Zag zusammen mit einem dazu passenden Tisch in vielen seiner späteren Interieurs und schuf auch eine Armlehnversion mit und ohne gelochten Rücken sowie einen Zig-Zag-Kinderhochsitz. MSC
Quelle: http://www.design-museum.de/

Seine Stühle wurden auch, im Jahr seines Todes, auf der documenta III 1964 in Kassel in der Abteilung Industrial Design gezeigt.

Bilder: Cassina

Extrakt

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